Neue Waffe gegen hochresistente Keime in Reichweite

Pressemitteilung der Universität Bonn vom 27.05.2010

Forscher klären Wirkungsweise auf / viel versprechende Leitsubstanz für neue Antibiotika

Ein Wirkstoff aus Pilzen und niederen Tieren eignet sich eventuell als schlagkräftige Waffe gegen gefährliche Bakterien. Die Rede ist vom so genannten Plectasin, einem kleinen Eiweißmolekül, das selbst hochresistente Keime zerstören kann. Forscher der Universität Bonn haben zusammen mit dänischen und holländischen Kollegen aufgeklärt, wie die Substanz das macht. Ihre Ergebnisse erscheinen am 28. Mai in der Zeitschrift Science. Die Autoren sehen in Plectasin eine viel versprechende Leitsubstanz für neue Antibiotika.

Immer mehr Bakterien sprechen auf gängige Antibiotika nicht mehr an. Das betrifft vor allem die methicillin-resistenten Staphylokokken: Gegen diese so genannten MRSA-Stämme sind die Waffen der Pharmaforschung inzwischen weitgehend stumpf. Nach Schätzungen erkrankt bereits jeder zweite intensivmedizinisch behandelte Patient in den USA an einer MRSA-Infektion.

Plectasin könnte die Kräfteverhältnisse wieder zu Gunsten der Mediziner zurechtrücken. Doch wie genau macht das kleine Eiweißmolekül das? Die Bonner Forscher um Dr. Tanja Schneider und Professor Dr. Hans-Georg Sahl haben diese Frage zusammen mit dänischen und holländischen Kollegen beantwortet. Demnach stört Plectasin die Bildung der Bakterienzellwand, so dass sich die Erreger nicht mehr teilen können.

Diebstahl auf der Bakterien-Baustelle

Plectasin verhält sich dabei wie ein Dieb, der einem Maurer die Steine klaut. „Es heftet sich an den Zellwand-Bestandteil Lipid II und verhindert so, dass dieser eingebaut wird“, erklärt Professor Sahl. „Ohne Zellwand sind Bakterien aber nicht lebensfähig.“ Kein Wunder, dass das wohl bekannteste Antibiotikum Penicillin ebenfalls die Zellwand-Synthese behindert.

Plectasin ähnelt in seiner Wirkungsweise jedoch eher dem ebenfalls weit verbreiteten Vancomycin. Vancomycin galt seit den 80er Jahren im Kampf gegen MRSA-Stämme als Mittel der Wahl. Inzwischen gibt es jedoch mehr und mehr Bakterien, die auch gegen Vancomycin resistent sind. „Gegen Plectasin sind diese Stämme jedoch noch empfindlich“, betont Dr. Tanja Schneider. Dennoch sei auch mit der neuen Substanz das Resistenz-Problem nicht auf Dauer gelöst. „Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis die Erreger mutieren und ihnen auch die neuen Medikamente nichts mehr anhaben können“, sagt sie. „Das ist ein ewiges Wettrüsten.“

Plectasin wurde im Rahmen einer Studie der dänische Firma Novozymes entdeckt. Es gehört zu den so genannten Defensinen. Diese Abwehrmoleküle sind bei Pilzen, Tieren und wohl auch bei Pflanzen weit verbreitet. Der Mensch bildet beispielsweise Defensine auf seiner Haut und erstickt so viele Infektionen bereits im Keim. Defensine töten jedoch nicht nur Krankheitserreger, sondern alarmieren auch das Immunsystem. Daher setzt die Pharmabranche in sie besonders große Hoffnungen. (Andreas Archut)

Externer Link: www.uni-bonn.de

Pflanzen als Vorbild

Pressemitteilung der Universität Freiburg vom 28.05.2010

Freiburger Biologen entwickeln selbstreparierende Membranen

Für Pflanzen ist Wundheilung eine Selbstverständlichkeit. Nach dem Vorbild der Wundversiegelung bei Lianen ist Forscherinnen und Forschern der Uni Freiburg nun die Übertragung auf technische Materialien im Labormaßstab gelungen. Eine erste technische Anwendung ist eine selbstheilende Membran für pneumatische, also luftgefüllte Strukturen, wie etwa Reifen. Das Forschungsteam um die Biologin Dr. Olga Speck vom Kompetenznetz Biomimetik hat eine bionische Beschichtung entwickelt, die Verletzungen pneumatischer Strukturen schnell und effizient repariert. Das Projekt wird seit 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Bionik – Innovationen aus der Natur“ gefördert. In dem interdisziplinären Forschungsprojekt arbeiten Biologen des Botanischen Gartens der Universität Freiburg und Chemiker des Freiburger Materialforschungszentrums sowie Physiker und Ingenieure des schweizerischen Materialprüfungsamts EMPA Dübendorf an Selbstheilungsprozessen in Natur und Technik.

Selbstreparierende Schäume verhindern beziehungsweise vermindern den Luftaustritt bei Beschädigung von Membranen, wie sie in der Tensairity®-Technologie, einer aufblasbaren Leichtbautragstruktur, eingesetzt werden. Bei Verletzungen mit Nägeln bis zu einem Durchmesser von fünf Millimetern verringerte das Forschungsteam die Geschwindigkeit des Druckabfalls im Vergleich zu unbeschichteten Membranen und erzielte einen Selbstreparatureffekt. Eine Weiterentwicklung im industriellen Maßstab erfolgt derzeit in Kooperation mit der Firma Rampf Giessharze GmbH & Co. KG. Grafenberg, die den Dichtungsschaum für die Forschungsprojekte liefert. So können in Zukunft zum Beispiel mit Tensairity®-Technologie erbaute Veranstaltungshallen oder Behelfsbrücken mit der selbstreparierenden Beschichtung aus Formschaum ausgestattet werden. „Selbst Luftmatratzen oder Schlauchboote könnten vielleicht eines Tages von den luftigen Konstruktionen profitieren“, sagt Dr. Olga Speck.

Externer Link: www.uni-freiburg.de

technologiewerte.de – Börsenblick Mai 2010

Rückblick Mai 2010

Performance

Der TecDAX der Deutschen Börse AG gab im Mai 2010 um circa 7% nach. Unter den Index-Top-Performern finden sich die Aktien von Medigene, Pfeiffer Vacuum sowie Smartrac; zu den Underperformern zählen die Papiere von Q-Cells, Solarworld und Dialog Semiconductor.

Ausblick Juni 2010

Kalender

o Aixtron:

02.06.2010 Cheuvreux European Mid Cap Conference London

08.06.2010 BoA ML Telecommunications, Media & Tech Conference London

09.06.2010 Credit Suisse Small- & MidCap Conference London

10.06.2010 Lazard Alternative Energy Summit New York

16.06.2010 Investorenkonferenz / Optatec Frankfurt

o Bechtle:

16.06.2010 Hauptversammlung Heilbronn

o Centrotherm:

22.06.2010 Ordentliche Hauptversammlung 2010 Neu-Ulm

o Evotec:

08.06.2010 Jefferies Global Life Sciences Conference New York

10.06.2010 Annual General Meeting 2010

22.-23.06.2010 Piper Jaffray Europe Conference London

o Jenoptik:

09.06.2010 Ordentliche Hauptversammlung 2010 Jena/Weimar

16.06.2010 Analysten- und Investorenkonferenz zur Optatec Frankfurt

o Kontron:

09.06.2010 Hauptversammlung Freising

o Manz Automation:

22.06.2010 Hauptversammlung 2010

o Medigene:

04.-08.06.2010 ASCO Annual Meeting 2010 Chicago

08.-11.06.2010 Jefferies Global Life Sciences Conference New York

22.-23.06.2010 Piper Jaffray Europe Conference London

o Morphosys:

08.-11.06.2010 Jefferies Global Life Sciences Conference New York

22.-23.06.2010 Piper Jaffray Europe Conference London

o Nordex:

08.06.2010 Hauptversammlung Rostock

o Phoenix Solar:

16.06.2010 Ordentliche Hauptversammlung 2010 Fürstenfeldbruck

o Q-Cells:

24.06.2010 Ordentliche Hauptversammlung

o Qiagen:

30.06.2010 Annual General Meeting

o QSC:

30.06.2010 Close Brothers Seydler North, Central Europe & Turkey Midcap Event Paris

o Roth&Rau:

08.-09.06.2010 BHF Roadshow London

o Singulus:

02.06.2010 Hauptversammlung Frankfurt

o Software AG:

02.06.2010 Cheuvreux Pan – Europe Small & Mid Cap Conference London

07.06.2010 WestLB Software / IT Services Day Zürich

08.06.2010 Merrill Lynch Technology Conference London

09./10.06.2010 UBS Technology Conference New York

o United Internet:

02.06.2010 Hauptversammlung Frankfurt

o Wirecard:

17.06.2010 Hauptversammlung