Kampf im Kollektiv: Wie Zellen Bakterien austricksen

Medienmitteilung der Universität Basel vom 24.11.2010

Bakteriell infizierte Zellen haben eine Strategie, mit der sie ihre Nachbarzellen über die Infektion informieren können. Im Kollektiv lösen die alarmierten Zellen darauf eine Abwehrreaktion gegen den Eindringling aus. Diesen Mechanismus haben das Forscherteam von Prof. Cécile Arrieumerlou am Biozentrum der Universität Basel jetzt entdeckt. Die Ergebnisse werden heute in der US-Fachzeitschrift «Immunity» der Verlagsgruppe «Cell Press» veröffentlicht.

Die Forschergruppe von Prof. Cécile Arrieumerlou konnte am Beispiel des Bakteriums Shigella flexneri die Bedeutung der Zell-Zell-Kommunikation bei der Bekämpfung von bakteriellen Infektionen nachweisen. Diese Stäbchenbakterien befallen beim Menschen die Zellen der Darmschleimhaut und lösen eine schwere Durchfallerkrankung – eine sogenannte Shigellose – aus, welche bis hin zum Tod führen kann. Der Erreger lähmt beim Befall einer Zelle deren Signalfunktionen, so dass keine Immunabwehr ausgelöst werden kann. Dadurch bleibt eine Entzündung, eine zentrale Reaktion des Immunsystems gegen Infektionen, aus. Mithilfe von Fluoreszenzmikroskopie konnten die Forscher zeigen, dass die Abwehrreaktion der infizierten Zelle zwar unterdrückt wird, die Nachbarzellen jedoch eine Immunabwehr auslösen.

Die Zelle ist kein Einzelkämpfer

Die Strategie der Zellen, die immunhemmende Wirkung von Bakterien durch Zell-Zell-Kommunikation zu umgehen, war bislang unbekannt. Die Forscher des Biozentrums konnten zeigen, dass die Nachbarzellen bereits während der ersten 30 Minuten nach der Infektion Signale von der infizierten Zelle erhalten. Die gesunden Zellen lösen darauf eine Immunantwort aus, indem sie das Protein IL-8, ein wichtiger Botenstoff des Immunsystems, herstellen und sekretieren. Die Wissenschaftler beobachteten, dass bis zu 25 Zellen im Umfeld einer einzelnen infizierten Zelle eine Immunantwort auslösen. Der neu entdeckte Mechanismus stellt daher für den Organismus auch eine Möglichkeit dar, die Immunreaktion während einer Infektion zu potenzieren.

Informationsfluss via gap junctions

Ausgelöst wird die „kollektive Immunantwort“ durch einen Informationsaustausch unter den Zellen. Die Zell-Zell-Kommunikation erfolgt dabei über kleine Kanäle, sogenannte gap junctions, welche sich in der Zellmembran befinden und benachbarte Zellen miteinander verbinden. Blockiert man diese Kanäle, unterbindet man den Informationsfluss und die Immunantwort bleibt aus. Funktionieren die Kommunikationswege hingegen, werden die Nachbarzellen über die Infektion informiert und können die lebenswichtige Immunabwehr auslösen. Die Resultate der Basler Forschungsgruppe weisen darauf hin, dass diese Art der Zell-Zell-Kommunikation in der Bekämpfung von Krankheitserregern eine wesentliche Rolle spielt. Dieses Wissen eröffnet neue Möglichkeiten in der infektionsbiologischen Forschung. Ein besseres Verständnis für Strategien des menschlichen Körpers zur Bekämpfung von Krankheiten ist auch für die Suche nach neuen Medikamenten unverzichtbar. Offen ist zurzeit, welchen Botenstoff infizierte Zellen einsetzen, um ihre Nachbarzellen zu alarmieren. Diese Fragestellung steht daher im Zentrum der weiteren Forschungsarbeit.

Originalbeitrag:
Kasper CA, Sorg I, Schmutz C, Tschon T, Wischnewski H, Kim ML and Arrieumerlou C. Cell-Cell Propagation of NF-κB Transcription Factor and MAP Kinase Activation Amplifies Innate Immunity against Bacterial Infection, Immunity (2010), doi:10.1016/j.immuni.2010.10.015

Externer Link: www.unibas.ch

Nanorotoren setzen sich selbst zusammen

Pressemitteilung der TU München vom 23.11.2010

Maschinenbau auf molekularer Ebene:

Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, stabförmige Moleküle dazu zu bringen, sich selbst zu nur wenige Nanometer großen Rotoren zusammen zu setzen. Die winzigen Systeme dienen der Untersuchung der Kräfte, denen Moleküle auf Oberflächen und in Käfigen ausgesetzt sind. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie in der aktuellen online-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences der USA.

In der Nanowelt ist vieles anders. Der Mensch steht erst am Anfang, ihre Gesetzmäßigkeiten zu erforschen und nutzbar zu machen. Einem Team um Professor Johannes Barth aus dem Physik-Department der TU München ist es nun gelungen, stabförmige Moleküle so in einem zweidimensionalen Netzwerk einzuschließen, dass Sie von selbst kleine Rotoren bilden, die sich in ihren Honigwaben-artigen Käfigen drehen.

Vorbild für solche, sich selbst organisierenden Systeme ist die Natur. Proteine bringen Reaktionspartner so in engste räumliche Nähe, dass Reaktionen ablaufen, die ohne die Zusammenführung nicht möglich wären. Auch der Mensch nutzt solche Effekte, indem er Katalysatoren entwickelt, an deren Oberfläche Reaktionspartner zusammenfinden. Doch der große Traum, Selbstorganisationseffekte so zu nutzen, dass sich Nanomaschinen ganz von alleine zusammenbauen, steht noch in weiter Ferne.

Die in Garching entwickelten Rotoren sind ein erfolgreicher Schritt in diese Richtung. Zunächst bauten die Physiker ein riesiges Nanonetzwerk auf, indem sie Kobalt-Atome und ein stäbchenförmiges Molekül namens Sexiphenyl-Dicarbonitril auf einer Silberoberfläche miteinander reagieren ließen. Dabei entsteht ein riesiges Honigwaben-artiges Netzwerk, das eine erstaunlich hohe Stabilität besitzt. Ähnlich dem Graphen, dessen Entdecker vor wenigen Wochen den Nobelpreis erhielten, ist dieses Netzwerk nur exakt eine Atomlage dick.

Als die Forscher weitere Stäbchen-Moleküle zugaben, sammelten sich plötzlich spontan meist drei Stäbchen in einer Wabe, während benachbarte Waben leer blieben. Die geselligen Moleküle mussten also einen Vorteil davon haben, sich jeweils zu Dritt zu organisieren. Unter einem Rastertunnel-Mikroskop konnten die Forscher sehen, warum das der Fall war. Die drei Moleküle ordneten sich jeweils so an, dass die drei Stickstoff-Enden gegenüber einem Wasserstoff-Atom platziert waren. Diese Anordnung in Form eines dreiflügeligen Rotors ist energetisch so vorteilhaft, dass die Moleküle zusammenbleiben, selbst wenn thermische Energie das Trio in seinem Käfig zur Rotation anregt.

Da ihr Waben-Käfig aber nicht rund sondern sechseckig ist, gibt es für die Rotoren zwei verschiedene Positionen, die aufgrund der Wechselwirkungen der äußeren Stickstoffatome mit den Atomen der Käfigwand unterscheidbar werden. Darüber hinaus können die drei Moleküle rechtsdrehend und linksdrehend angeordnet sein. Durch Versuche bei verschiedenen Temperaturen konnten die Physiker alle vier Zustände „einfrieren“ und genau untersuchen. Aus der Temperatur, bei der die Rotation beim Aufwärmen wieder einsetzte, konnten sie die Energieschwelle für eine Drehung der Nanorotoren berechnen.

„In der Zukunft hoffen wir, diese einfachen mechanischen Modelle auf optisches oder elektronisches Schalten ausdehnen zu können,“ sagt Professor Johannes Barth. „Wir können die Käfiggröße gezielt festlegen oder auch gezielt weitere Moleküle einbringen und deren Wechselwirkungen mit der Oberfläche und der Käfigwand studieren. Diese sich selbst organisierenden, dynamischen Nanosysteme haben ein enormes Potenzial.“

Die Arbeiten wurden unterstützt aus Mitteln der Europäischen Union (ERC Advanced Grant MolArt) sowie dem Institute for Advanced Study (TUM-IAS), der International Graduate School for Science and Engineering (IGSSE) und dem Zentralinstitut für Katalyseforschung (CRC) der TU München. Die Publikation entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Instituts für Nanotechnologie des Karlsruher Institutes für Technologie und des Institute de Physique et Chimie des Materiaux der Universität Strasbourg.

Originalpublikation:
Rotational and constitutional dynamics of caged supramolecules, Dirk Kühne, Florian Klappenberger, Wolfgang Krenner, Svetlana Klyatskaya, Mario Ruben und Johannes V. Barth,
PNAS Early Edition, November 22, 2010, DOI: 10.1073/pnas.1008991107

Externer Link: www.tu-muenchen.de
 

Ein Gen, das Schmerzen steuert

Pressemeldung der Universität Erlangen-Nürnberg vom 15.11.2010

Von Fruchtfliegen und Mäusen bis zur menschlichen Wahrnehmung

Die Entdeckung eines neuen Schmerzgens beschreibt ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Kay Brune (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, FAU), Dr. Josef M. Penninger (Institut für Molekulare Biotechnologie, Wien) und Clifford J. Woolf (Children‘s Hospital, Boston) in „Cell“, einer der renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften der Welt. In der Arbeit, die am 12. November 2010 erschienen ist, wird ein integrativer Suchansatz vorgestellt, der in der modernen Biologie einzigartig ist:

Die Forscher griffen dabei auf die Tatsache zurück, dass Organismen, die äußerlich scheinbar nicht miteinander vergleichbar sind, sich in ihren genetische Anlagen oft gar nicht sehr unterscheiden. Zunächst wurde in winzigen Fruchtfliegenlarven ein Gen entdeckt, das dafür sorgt, dass Fruchtfliegenlarven hohen Temperaturen aus dem Weg gehen. Dieses Gen ist auch in der erwachsenen Fruchtfliege aktiv – hier sorgt es ebenfalls dafür, dass hohe Temperaturen gemieden werden. Ein fast identisches Gen ließ sich in der Maus nachweisen. Mäuse, bei denen dieses Gen deaktiviert ist, zeigten eine deutlich verminderte Wahrnehmung von Hitzeschmerz.

Schließlich konnte das humane Analog-Gen beim Menschen identifiziert werden. Wie vermutet, ergab sich, dass Menschen mit einem Defekt dieses Gens eine verminderte Hitzeschmerz-Wahrnehmung aufweisen. Dasselbe Gen scheint auch für das Phänomen der Synästhesie verantwortlich zu sein. Dabei kommt es zur Aktivierung von zusätzlichen Sinneswahrnehmungen, etwa von Gerüchen oder Farben. Schmerzen können beispielsweise als rot empfunden werden.

Moderne Technik, komplexe Einsichten

Alle diese Untersuchungen wurden erst durch modernste Technik möglich. Dabei brachte die Wiener Gruppe um Penninger vor allem ihr molekular-genetisches Können und Wissen ein. Die Arbeitsgruppe um Woolf in Boston organisierte die experimentellen Schmerzuntersuchungen bei Maus und Mensch, und die Erlanger Gruppe nutzte die funktionellen Kernspintomographie-Methoden, die Dr. Andreas Hess am Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie der FAU entwickelt hatte.

Damit war es möglich festzustellen, wie das neu entdeckte Gen daran mitwirkt, ob und in welchem Ausmaß Mäuse Schmerzen verspüren.

Diese umfangreiche, von zahlreichen Fachleuten auf der ganzen Welt unterstützte Arbeit zeigt, in welchem Umfang die internationale Kollaboration zu neuen, sehr komplexen Einsichten in Vorgänge führen. Derart bahnbrechende Ergebnisse sind z. B. geeignet, neue Schmerzmittel zu entwickeln und zu verstehen, warum ein großer Teil der chronisch Schmerzkranken in Deutschland noch keine befriedigende Therapie erhalten kann.

„Wir freuen uns, dass unsere langfristige Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet der nicht-invasiven Kernspintomographie beim Versuchstier, wie hier der genetisch modifizierten Maus, zu derartigen Erfolgen führen kann. So wird die notwendige Entwicklung besserer Schmerzmittel ermög­licht, ohne dass belastende Tierversuche an Säugetieren vorgenommen werden müssen“, erklärt Prof. Brune, Inhaber der Erlanger Doerenkamp-Stiftungsprofessur für Innovationen im Tier- und Verbraucherschutz. „Alles andere geschieht an der Fruchtfliege oder – schmerzfrei – beim Menschen.“ Im Prinzip schmerzhafte Untersuchungen an Mäusen werden durch die Anwendung der Kernspintomographie schmerzfrei durchgeführt: Die Versuchstiere waren während der Untersuchung in Narkose.

Publikation:
Neely et al., A Genome-wide Drosophila Screen for Heat Nociception Identifies α2δ3 as an Evolutionarily Conserved Pain Gene, Cell (2010), 143: 1-11.

Externer Link: www.uni-erlangen.de

Ein Protein für (fast) alle Fälle

Presseinformation der LMU München vom 19.11.2010

Transkriptionsfaktor Bur1-Bur2 auch an DNA-Reparatur beteiligt

Damit Zellen korrekt arbeiten können, müssen die im Erbmolekül DNA gespeicherten genetischen Informationen in Proteine übertragen werden. Initiiert werden der erste und auch weitere Schritte dieses komplexen Prozesses von sogenannten Transkriptionsfaktoren. Wie ein internationales Foscherteam unter der Leitung der LMU-Biologin Dr. Katja Sträßer nun zeigen konnte, beschränkt sich der Transkriptionsfaktor Bur1-Bur2 aber nicht auf diese Aufgabe: Dieser molekulare Komplex ist auch an der Reparatur von DNA-Schäden beteiligt. „Wir wollen nun die genaue molekulare Funktion von Bur1-Bur2 entschlüsseln“, sagt Sträßer. „Das könnte auch deshalb interessant sein, weil Krebs und andere Erkrankungen auf Defekten in der DNA beruhen. Detaillierte Einsichten in die Reparaturmechanismen der Zelle könnten möglicherweise für die Entwicklung von Therapien wichtig sein.“ (Journal of Biological Chemistry online, 12. November 2010)

Der Schwerpunkt in Sträßers Forschung ist die Entschlüsselung der Umsetzung genetischer Information in Proteine im molekularen Detail. Der erste Schritt bei diesem zentralen Prozess ist die Transkription, also die Übersetzung eines Gens in das Botenmolekül RNA. Das der DNA chemisch nahe verwandte Molekül verlässt den Zellkern, so dass im Zellinneren das neue Protein – entsprechend der genetischen Information – synthetisiert werden kann. Sträßers Gruppe interessiert sich besonders für den sogenannten TREX-Komplex, der Transkription und RNA-Export koppelt. Der Transkriptionsfaktor Bur1-Bur2 geriet in den Fokus der Wissenschaftler, weil er mit TREX interagiert.

Ganz unerwartet fand das Team um Sträßer nun heraus, dass Bur1-Bur2 noch mit einem zweiten Proteinkomplex interagiert, der an der DNA-Reparatur beteiligt ist: RPA ist besonders für die homologe Rekombination wichtig, bei der defekte oder fehlende DNA-Stücke durch intakte Kopien ersetzt werden. RPA ist zudem an Mechanismen beteiligt, die dafür sorgen, dass die Integrität des Genoms erhalten bleibt. “Die Anfälligkeit einer Zelle für DNA-Schäden ist größer, wenn Bur1-Bur2 fehlt oder defekt ist“, berichtet Sträßer. „Als Interaktionspartner spielt das Protein offensichtlich eine wichtige Rolle. Wir wollen jetzt die genaue molekulare Funktion des Bur1-Bur2-Komplexes aufklären, auch weil neue Einblicke in DNA-Reparaturmechanismen Möglichkeiten für die Therapie von Krankheiten wie Krebs eröffnen könnten.“

Ebenfalls an dem Projekt beteiligt waren Professor Patrick Cramer (Genzentrum der LMU) und Professor Michael Lisby (Universität Kopenhagen). Die Arbeiten wurden im Rahmen des Exzellenclusters „Center for Integrated Protein Science“ (CIPSM) sowie des SFB 646 (Networks in Gene Expression and Maintenance) durchgeführt.

Externer Link: www.uni-muenchen.de

Zellfunktionen mit Lichtsensoren steuern

Pressemitteilung der Universität Regensburg vom 18.11.2010

Regensburger Forschern gelingt Durchbruch beim Verständnis der Funktionsweise lichtregulierbarer Schalter in Pflanzen – Veröffentlichung in „Nature Communications“

Zellen sind Grundbausteine aller Organismen. Sie können durch äußere Reize – beispielsweise durch Licht – beeinflusst werden. Bei Pflanzen wird dabei die Reizvermittlung durch reizempfindliche Proteinverbünde übernommen, die gleichzeitig als Signalempfänger und Signalgeber fungieren. Diese Proteinverbünde bestehen aus einer lichtempfindlichen Komponente, dem Lichtsensor, und einem biologischen Katalysator, dem Enzym. Der Lichtsensor ermöglicht es dem Protein, Lichtreize zu erfassen und das Antwortverhalten der Zelle durch eine Veränderung seiner Struktur zu steuern. Das große Potenzial dieser molekularen Schalter zur Kontrolle von menschlichen Zellen wurde erst kürzlich durch die Verknüpfung des sogenannten AsLOV2-J-alpha-Lichtsensors vom Saat-Hafer Avena sativa mit dem GTPase-Enzym Rac1 gezeigt. Mit Hilfe dieses künstlichen Proteinverbunds konnte die Struktur und Beweglichkeit von Krebszellen gesteuert werden. Jedoch ist die Entwicklung solcher Proteinverbünde eine sehr große Herausforderung, die ein detailliertes Verständnis der Funktionsweise auf molekularer Ebene erfordert.

Einer Gruppe von Regensburger Wissenschaftlern um Prof. Dr. Bernhard Dick, PD Dr. Stephan A. Baeurle und Emanuel Peter vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie gelang in diesem Zusammenhang ein wichtiger Durchbruch. Sie konnten mit Hilfe von Computer-Simulationen die strukturelle Veränderung des lichtsensitiven Schalters vom Saat-Haafer Avena sativa (AsLOV2-J-alpha-Lichtsensor) bei der Signalübertragung auf molekularer Ebene aufklären. Auf der Grundlage dieser Forschungen können neue lichtregulierbare Enzyme künstlich entwickelt werden, die das Zellverhalten und den Zellstoffwechsel bei Pflanzen und Tieren steuern. Dies eröffnet interessante Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin oder in der Biotechnologie, beispielsweise bei der Eindämmung des Zellwachstums von Tumorzellen oder auch bei der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen.

Die Ergebnisse der Regensburger Wissenschaftler wurden vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht (DOI: 10.1038/ncomms1121). (Alexander Schlaak)

Externer Link: www.uni-regensburg.de