Neue Infrarot-Halbleiterlaser entwickelt

Presseaussendung der JKU Linz vom 04.11.2010

LINZ. Zwei Forschergruppen rund um a.Univ.Prof. Dr. Gunther Springholz und a.Univ.Prof. Dr. Wolfgang Heiss vom Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik haben neue Infrarot-Halbleiterscheiben-Laser entwickelt, die neue Wellenlängen ermöglichen. Diese kleinen Laser führen zu neuen Anwendungen wie beispielsweise in den Bereichen der Umweltanalytik, Klimaforschung, medizinische Diagnostik, Abgasanalytik oder Fertigungstechnik. Diese erfolgreiche Entwicklung wurde in der renommierten Wissenschaftszeitschrift „Nature Photonics“ als ein Forschungshighlight ausgewählt.

Durch die Verwendung von Materialen wie den Blei-Salz Halbleitern und durch ein verbessertes Design in Form von sogenannten Mikrodisk-Resonatoren konnten neue Laser für den mittleren infraroten Wellenlängenbereich von bis zu 4.3 Mikrometer bei einer Betriebstemperatur von bis zu 2 Grad Celsius entwickelt werden. Laser für das mittlere Infrarot (unsichtbare gebündelte Lichtquellen) werden typischerweise in Bereichen wie Umweltanalytik, Klimaforschung, oder medizinische Diagnostik eingesetzt. Durch die Erschließung dieses wichtigen Wellenlängenbereichs mit den neuen, einfachen und kostengünstigen Halbleiter-Bauelementen werden die vielfältigen Anwendungen vereinfacht, da es bisher dafür nur sehr teure und spezielle Laser gegeben hat. Beispielsweise könnten damit noch günstigere, einfache und genauere medizinische Analysen oder Autoabgas-Kontrollen durchgeführt werden. „Mit unseren neuen Infrarot-Halbleiterscheibenlaser können Lasersysteme entwickelt werden, die noch kleiner, energieeffizienter, langlebiger und kostengünstiger sind“, sagt Springholz.

Die Lichtemission von herkömmlichen Halbleiterlasern war bisher bei Raumtemperatur auf Wellenlängen kürzer als 3.3 Mikrometer limitiert. Im längerwelligen Spektralbereich treten üblicherweise starke „nicht-strahlende“ Verluste auf womit die Anregung des Lasers nicht mehr als Licht abgestrahlt wird, sondern in Form von Wärme verloren geht. Bei den neuen Infrarot-Halbleiterscheibenlasern aus Blei-Salz Halbleitern treten dagegen vergleichsweise geringe Verlusten auf. „Diese Laser erfordern daher nur sehr geringe Anregungsleistungen und strahlen bei einer einzigen scharf definierten Laserwellenlänge ab“, sagt der Wissenschafter. Das aktive Lasermaterial besteht aus hauchdünnen, nur circa 30 Atomlagen dicken Bleiselenid (PbSe)-Quantenfilmen. Die „Mikrodisk“-Laser besitzen eine laterale Größe von nur 15 Mikrometer Durchmesser und wurden mittels Lithographieverfahren im Reinraum des Instituts hergestellt. Dieser Reinraum ist nur einer von zwei Reinräumen in ganz Österreich, die ausschließlich der Forschung gewidmet sind. „Durch die Weiterentwicklung der Halbleiter-Bauelemente könnte in naher Zukunft auch der ganz ungekühlte Betrieb bei Raumtemperatur ermöglicht werden, was noch effizienter wäre“, betont Springholz. (Andrea Mairhofer)

Externer Link: www.jku.at

Vorhersage und Experimente gehen Hand in Hand

Pressemitteilung der TU München vom 27.10.2010

Bioinformatik-Strategie zur Strukturaufklärung von Membranproteinen:

Membranproteine sind der Schlüssel zu einer Vielzahl biologischer Funktionen. Doch obwohl sie eine hohe biologische und pharmazeutische Bedeutung besitzen, gelang es bisher nur in wenigen Fällen, ihre genaue Struktur und Funktionsweise aufzuklären. Mit einem neuen bioinformatischen Ansatz gelang es nun Forschern der Columbia University, New York, und der Technischen Universität München (TUM), über die Analyse von verwandten Proteinen die Struktur eines wichtigen Ionenkanals aufzuklären. Über ihre Ergebnisse berichtet die aktuelle Ausgabe des Journals Nature.

Proteine sind molekulare Maschinen, die Stoffe transportieren, chemische Reaktionen katalysieren, Ionen pumpen und Signalstoffe erkennen. Sie setzen sich aus einer Vielzahl von Aminosäuren zusammen. Die Abfolge der einzelnen Aminosäuren, die Aminosäuresequenz, ist bei einer Vielzahl von Proteinen bekannt. Doch welche Aufgaben ein Protein in der Zelle ausführen kann, entscheidet der dreidimensionale Aufbau des Proteins. Die Bestimmung dieser so genannten Tertiärstruktur stellt Forscher vor große Herausforderungen. Deshalb gibt es bei der Strukturanalyse einen enormen Nachholbedarf. Um hier voranzukommen, investierte das National Institute of General Medical Sciences (NIGMS) der Nationalen Gesundheitsinstitute der Vereinigten Staaten (NIH) im Rahmen der Proteinstrukturinitiative in den letzten zehn Jahren mehr als 500 Millionen Dollar, da es sich davon entscheidende Fortschritte für die Medizin und die Biologische Forschung erhofft.

Informatikprofessor Burkhard Rost und Marco Punta, Carl von Linde Junior Fellow am Institute for Advanced Study (TUM-IAS) der TU München, beteiligen sich an diesem Großprojekt. Sie sind an das New York Consortium on Membrane Proteine Structure (NYCOMPS) angeschlossen, das zu einem der neun geförderten Membran-Forschungszentren gehört. Im besonderen Fokus der NYCOMPS-Wissenschaftler stehen Membranproteine. Der Grund: In der pharmakologischen Forschung nehmen sie eine Schlüsselrolle ein. Wenn Arzneiwirkstoffe in die Zellen eintreten, interagieren diese normalerweise zuerst mit Membranproteinen. Die Kenntnis der Proteinstruktur ist notwendig, um diese Wechselwirkung auf molekularer Ebene zu verstehen.

Allerdings ist die experimentelle Strukturaufklärung gerade für die so wichtigen Membranproteine extrem schwierig. Viele Membranproteine lassen sich nur schwer in Bakterien herstellen, auch die Reinigung und das Kristallisieren sind eine große Herausforderung. Die Folge: Einerseits sind etwa 25 Prozent aller Proteine Membranproteine, andererseits beträgt ihr Anteil an der Gesamtzahl der Proteine, deren Struktur aufgeklärt werden konnte, weniger als ein Prozent. Somit sind die Membranproteinstrukturen 25-fach unterrepräsentiert; eigentlich sollten sie auf Grund ihrer medizinischen Bedeutung besser bekannt sein.

Da die experimentelle Analyse eines Membranproteins teilweise mehrere Jahre dauert, nutzen die NYCOMPS-Wissenschaftler eine bioinformatische Methode, das sogenannte Homology Modeling. Die grundlegende Annahme dieser Methode ist, dass Proteine mit gemeinsamen evolutionären Vorfahren sich sowohl in ihren Aminosäuresequenzen als auch in ihrer dreidimensionalen Struktur gleichen. Kann eines dieser verwandten Proteine experimentell bestimmt werden, lassen sich die restlichen vorhersagen.

Im Fall des bakteriellen Membranproteins TehA konnten sie alle Puzzleteile zusammenfügen. „In einem aufwändigen Screening haben wir durch den Vergleich Zehntausender Aminosäuresequenzen verwandte Membranproteine von TehA gesucht. In einem mehrstufigen Auswahlprozess wählten wir 43 verwandte Proteine von 38 verschiedenen Organismen aus“, sagt der TUM-Bioinformatiker Marco Punta.

Wissenschaftlern der Columbia Universität gelang es nun, die Tertiärstruktur des Membranproteins TehA des Bakteriums Haemophilus influenzae experimentell mittels Kristallstrukturanalyse bestimmten. Mit einer Auflösung von 0,12 Nanometern (1,2 Ångstrøm) ist die Struktur eine der besten Kristallstrukturen, die jemals für ein Membranprotein erzielt wurde. Darüber hinaus eröffnete das Experiment eine Überraschung: Das TehA-Membranprotein weist eine bislang völlig unbekannte Faltung auf.

Nachdem die „TehA-Familie“ bekannt war, konnten die Informatiker der Columbia University die Strukturen der einzelnen Proteine ableiten. Beispielhaft realisierten sie das für das pflanzliche Membranprotein SLAC1. Durch den Vergleich mit der experimentell ermittelten Proteinstruktur von TehA konnten sie eine Strukturvorhersage von SLAC1 treffen – ganz ohne Experiment, nur mit Hilfe von bioinformatischen Methoden.

„Durch dieses Verfahren haben wir eine hohe Durchsatzrate in der Strukturbestimmung. In kürzerer Zeit können wir mehr Proteine identifizieren – das war unser Ziel vor allem für die Membranproteine. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass wir mit unserer Strategie auch bei den Membranproteinen richtig liegen“, so Burkhard Rost.

Letztlich werden die dreidimensionalen Strukturen erfasst, um – mit Hilfe von Mutagenese-Tests – die Funktion der Proteine zu bestimmen. Obwohl die Membranproteine TehA und SLAC1 nur entfernt miteinander verwandt sind – die Übereinstimmung der Aminosäuresequenz liegt nur bei 19 Prozent vor – war die vorhergesagte SLAC1-Tertiärstruktur so gut, dass eine neue Hypothese über die Funktion des SLAC1-Membranproteins vorgelegt werden konnte.

SLAC1 befindet sich in den Spaltöffnungen (Stomata) der Pflanze Arabidopsis thaliana. Spaltöffnungen kontrollieren den Austausch von Wasserdampf und dem für die Photosynthese wichtigen Kohlendioxid zwischen der Pflanze und ihrer Umgebung. Dabei spielt auch das Membranprotein SLAC1 als Teil eines Anionenkanals eine Rolle: Es beeinflusst den Turgordruck – den Druck der Zellflüssigkeit auf die Zellwand – und darüber den Gasaustausch der Pflanzenzelle als Reaktion auf Umwelteinflüsse wie Trockenheit und hohe Kohlendioxid-Konzentrationen.

Ungeklärt war, wie die Ionen im Kanal transportiert werden. Insbesondere war mitten im Kanal eine Aminosäure entdeckt worden, die den Weg blockiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Aminosäure aus dem Weg klappt, wenn der Kanal durch das Andocken eines weiteren Proteins aktiviert wird.

Originalpublikation:
Chen Y.-h. et al. Homologue structure of the SLAC1 anion channel for closing stomata in leaves Nature 467: 1074-1080, 2010 – DOI: 10.1038/nature0948

Externer Link: www.tu-muenchen.de

technologiewerte.de – Börsenblick Oktober 2010

Rückblick Oktober 2010

Performance

Der TecDAX der Deutschen Börse AG legte im Oktober 2010 um circa 6% zu. Unter den Index-Top-Performern finden sich die Aktien von Drillisch, Software AG sowie Solarworld; zu den Underperformern zählen die Papiere von Q-Cells, Singulus und Conergy.

Ausblick November 2010

Kalender

o Adva Optical:

02.11.2010 Investoren-Roadshow mit Deutsche Bank Helsinki

03.11.2010 Investoren-Roadshow mit Deutsche Bank Stockholm / Kopenhagen

03.11.2010 Investoren-Roadshow mit Arete Research New York

04.11.2010 Investoren-Roadshow mit Deutsche Bank London

04.11.2010 Investoren-Roadshow mit Arete Research Boston

05.11.2010 Investoren-Roadshow mit Deutsche Bank London

09.11.2010 Investoren-Roadshow mit WestLB Köln

10.11.2010 Investoren-Roadshow mit WestLB Düsseldorf

11.11.2010 Investor roadshow with Silvia Quandt & Cie. Frankfurt

16.11.2010 Investoren-Roadshow mit Silvia Quandt & Cie. Edinburgh

o Aixtron:

01.-05.11.2010 Q3/2010 Roadshow Europa

01.-05.11.2010 Q3/2010 Roadshow USA

17.-19.11.2010 Morgan Stanley Technology Media & Telecoms Conference Barcelona

22.11.2010 Roadshow Frankfurt

23.-24.11.2010 Eigenkapitalforum Frankfurt

29.11.2010 BNP MidCap Forum Paris

30.11.2010 Deutsche Börse Spotlights Zürich

o Bechtle:

12.11.2010 Zwischenbericht 3. Quartal 2010

o Centrotherm:

10.11.2010 Veröffentlichung 3. Zwischenbericht zum 30. September 2010

o Conergy:

11.11.2010 Veröffentlichung Zwischenbericht 3. Quartal 2010

11.11.2010 Telefonkonferenz

o Drägerwerk:

04.11.2010 Bericht zum dritten Quartal 2010

04.11.2010 Telefonkonferenz Lübeck

o Drillisch:

11.11.2010 9-Monatsbericht 2010

o Evotec:

11.11.2010 Third Quarter Report 2010

22.-24.11.2010 Deutsche Börse Deutsches Eigenkapitalforum 2010 Frankfurt

30.11.-01.12.2010 Piper Jaffray Health Care Conference New York

o Freenet:

10.11.2010 Veröffentlichung Zwischenbericht zum 3. Quartal 2010

o Jenoptik:

11.11.2010 Zwischenbericht über die ersten 9 Monate 2010 Jena

17.11.2010 Morgan Stanley Tech Media & Telecoms Conference Barcelona

17.11.2010 WestLB Deutschland Conference Frankfurt

23.11.2010 Deutsches Eigenkapitalforum Frankfurt

o Manz Automation:

08.11.2010 9-Monatsbericht 2010

22.-24.11.2010 Deutsches Eigenkapitalforum

o Morphosys:

15.-17.11.2010 BIO-Europe München

25.11.2010 MorphoSys’s R&D Day London

29.11.2010 MorphoSys’s R&D Day New York

o Nordex:

11.11.2010 Bericht über das dritte Quartal 2010 mit Telefonkonferenz

o Pfeiffer Vacuum:

03.11.2010 Ergebnis erste neun Monate

o Phoenix Solar:

10.11.2010 Bericht zum 30. September 2010 (Telefonkonferenz/Webcast)

23.11.2010 Deutsches Eigenkapitalforum Frankfurt

o Q-Cells:

12.11.2010 Veröffentlichung Bericht zum 30. September 2010

o Qiagen:

08.11.2010 Publication of Quarterly Results 3/10

09.11.2010 Third Quarter 2010 Conference Call

o QSC:

08.11.2010 Veröffentlichung des Quartalsberichts III/2010

22.-24.11.2010 Deutsche Börse Deutsches Eigenkapitalforum Herbst 2010 Frankfurt

o Singulus:

05.11.2010 Quartalsbericht Q3/2010

o Roth&Rau:

15.11.2010 Quartalsbericht Q3/10

22.-24.11.2010 Eigenkapitalforum

o Smartrac:

03.11.2010 Publication of Q3 Interim Report

03.11.2010 Analysts‘ Conference Call

o SMA Solar:

12.11.2010 Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht Januar-September 2010

12.11.2010 Analyst Conference Call

o Software AG:

16.11.2010 Roadshow Frankfurt

16./17.11.2010 Cheuvreux Pan-European Conference New York

17.-19.11.2010 Morgan Stanley Media & Telecoms Conference Barcelona

o Solarworld:

11.11.2010 Veröffentlichung Konzern-Zwischenbericht 3. Quartal 2010

11.11.2010 Analysten-Telefonkonferenz

o United Internet:

11.11.2010 Veröffentlichung 9-Monats-Bericht 2010

o Wirecard:

18.11.2010 Pressemeldung zum 9-Monatsabschluss

18.11.2010 Veröffentlichung des 9-Monatsabschluss