UV-transparente Schicht für Bildsensoren

Mediendienst der Fraunhofer-Gesellschaft vom Februar 2011

Bildsensoren, wie sie in Handys verbaut werden, sind in manchen Bereichen farbenblind. Das liegt an der Schicht, die UV-Licht nicht durchlässt. Daher eignen sich diese CMOS-Chips bislang nicht für die Spektroskopie. Ein neuer Fertigungsprozess macht die Schicht transparent – und die Sensoren für Spezialanwendungen tauglich.

In der Unterhaltungselektronik sind sie längst Standard – und ihr Vormarsch in weitere Anwendungsbereiche ist nicht mehr zu stoppen: CMOS-Bildsensoren werden nicht mehr nur in Handy- und Digitalkameras verbaut. Die Automobilindustrie etwa hat das Potenzial der optischen Halbleiterchips entdeckt und setzt sie zunehmend als Fahrerassistenzsysteme ein; von der Einparkhilfe über die Fahrspurerkennung bis hin zum Totwinkel-Warner. Doch die Sensoren, die Lichtsignale in elektrische Impulse verwandeln, müssen bei Spezialanwendungen jede Menge aushalten können – beispielsweise hohe Umgebungstemperaturen oder Feuchtigkeit.

Deshalb sind CMOS-Bauelemente mit einer Siliziumnitrid-Schicht abgedeckt. Diese chemische Verbindung bildet harte Schichten, die den Sensor vor mechanischen Einflüssen und dem Eindringen von Feuchtigkeit und Ionen schützen. Die Schutzschicht erhält der Sensor im letzten Schritt des CMOS-Halbleiterverfahrens. Experten nennen das Passivierung. Diese ist seitens der Industrie vorgeschrieben. Doch bisher gibt es mit der Passivierung ein Problem: Die Siliziumnitrid-Schicht setzt den optischen Anwendungsbereichen Grenzen, denn sie ist für Licht im UV- und blauen Spektralbereich nicht durchlässig – CMOS-Sensoren für Industrie- oder Spezialkameras sind deshalb teilweise farbenblind.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg haben für dieses Problem jetzt eine Lösung gefunden: »Wir haben einen neuen Prozessschritt entwickelt«, sagt Werner Brockherde, Abteilungsleiter am IMS. »Mit diesem kommen wir zu einer Schutzschicht, die für blaues und UV-Licht durchlässig ist, aber dennoch die gleichen Eigenschaften besitzt.« Letztendlich besteht der Trick darin, den Stickstoffanteil in der Schicht zu erhöhen. »Dadurch haben wir die sogenannte Bandlücke erhöht«, erklärt Brockherde. Das führt vereinfacht gesagt dazu, dass das Licht eine höhere Energie als die des UV-Lichts benötigt, um vom Material absorbiert zu werden – der Sensor ist somit für den blauen und den UV-Bereich transparent geworden. »Die CMOS-Bildsensoren sind dadurch auch in Wellenlängenbereichen bis hinunter zu 200 Nanometer einsetzbar«, sagt Brockherde. »Mit der Standard-Passivierung war bei etwa 450 Nanometer Schluss.« Um die Struktur des Siliziumnitrids zu verändern, mussten die Fraunhofer-Forscher die Abscheideparameter wie Druck oder Temperatur bei der Herstellung der Schicht optimal anpassen.

Dank dieser Prozessentwicklung haben die Experten das Anwendungsspektrum der CMOS-Bildtechnologie erweitert: Sie könnte vor allem UV-spektroskopische Methoden, die aus kaum einem Labor der Welt wegzudenken sind, revolutionieren und deren Genauigkeit deutlich verbessern. Ebenso können CMOS-Bildsensoren künftig in der professionellen Mikroskopie wie etwa in Fluoreszenzmikroskopen zum Einsatz kommen – und Wissenschaftlern auf diese Weise noch detailreichere Bilder liefern.

Externer Link: www.fraunhofer.de

Neue Funktion eines DNA-Reparatursystems entdeckt

Medienmitteilung der Universität Basel vom 31.01.2011

Ein zelluläres Reparatursystem, von dem man bisher annahm, dass es primär für die Korrektur von DNA-Schäden zuständig ist, spielt nun auch bei der Ablesbarkeit von Genen und damit in der Embryonalentwicklung eine zentrale Rolle. Es sorgt dafür, dass in jedem Zelltyp konstant die richtigen Gene aktiv sind. Diese Entdeckung machten Forschende der Universität Basel. Ihre Forschungsergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Nature» publiziert.

Jede Zelle besitzt Reparatursysteme, mit denen sie Schäden an der DNA, der Trägerin der Erbinformationen, repariert und somit die genetische Information in korrekter Form erhält. Die Forschergruppe um Primo Schär, Professor für Molekulare Genetik an der Universität Basel, hat nun bei einem zellulären Reparatursystem eine Entdeckung gemacht. Statt wie bisher angenommen primär Fehler in der Basenabfolge der DNA zu beseitigen, stabilisiert es zusätzlich eine übergeordnete genetische Ebene.

Die Vermutung kam den Forschenden bei der Beobachtung von Mäusen, denen eine spezifische Komponente dieser Reparaturmaschine fehlte. Sie starben noch vor der Geburt, obwohl die Zellen den Defekt erwartungsgemäss hätten kompensieren müssen. Die anschliessenden Untersuchungen zeigten, dass nicht die DNA-Stabilität beeinträchtigt war, sondern die Ablesemuster der Gene in der Embryonalentwicklung falsch programmiert wurden. Im Embryonalstadium wird für jeden Zelltyp ein spezifisches Programm von Genen aktiviert, während die Mehrzahl der Gene stillgelegt werden müssen. Zu diesem Zweck wird die DNA in eine kompakte Form gebracht, in der nur die benötigten Gene ablesbar sind. Dies geschieht über Veränderungen an der chemischen Grundstruktur der DNA selbst sowie an Histonproteinen, um die die DNA aufgewickelt ist.

Wie eine Art «Lesezeichen» markieren solche Modifikationen die Gene, die gelesen werden sollen. Da diese Lesezeichen die Basenabfolge der DNA nicht verändern, jedoch Informationen bezüglich Genaktivität enthalten, die bei der Zellteilung an die Tochterzellen weiter vererbt werden, spricht man von Epigenetik.

Beim Setzen dieser Lesezeichen können jedoch Fehler auftreten, sodass ein benötigtes Gen fälschlicherweise nicht mehr abgelesen werden kann. Die Forschenden haben entdeckt, dass das DNA-Reparatursystem solche Fehler verhindert, indem es falsche Modifikationen an der DNA entfernt und Faktoren koordiniert, welche die korrekten chemischen Gruppen an den Histonen anbringen. Damit sorgt es dafür, dass in jedem Zelltyp konstant die richtigen Gene aktiv sind.

Originalbeitrag:
Daniel Cortazar, Christophe Kunz, Jim Selfridge, Teresa Lettieri, Yusuke Saito, Eilidh MacDougall, Annika Wirz, David Schuermann, Angelika L. Jacobs, Fredy Siegrist, Roland Steinacher, Josef Jiricny, Adrian Bird & Primo Schär
Embryonic lethal phenotype reveals a function of TDG in maintaining epigenetic stability
Nature, published online before print January 30, 2011 | doi: 10.1038/nature09672

Externer Link: www.unibas.ch

technologiewerte.de – Börsenblick Januar 2011

Rückblick Januar 2011

Performance

Der TecDAX der Deutschen Börse AG legte im Januar 2011 um circa 2% zu. Unter den Index-Top-Performern finden sich die Aktien von Roth&Rau, Evotec sowie Wirecard; zu den Underperformern zählen die Papiere von Conergy, Qiagen und Singulus.

Ausblick Februar 2011

Kalender

o Adva Optical:

02.02.2011 LBBW German Small and Mid Cap Conference London

24.02.2011 Veröffentlichung der geprüften 2010 IFRS Ergebnisse und des Geschäftsberichts

24.02.2011 Bilanzpressekonferenz und Telefonkonferenz

o Aixtron:

01.02.2011 HSBC SRI Conference Frankfurt

o BB Biotech:

24.02.2011 Jahresbericht per 31. Dezember 2010

o Carl Zeiss Meditec:

11.02.2011 Q1-Veröffentlichung

11.02.2011 Telefonkonferenz zum 1. Quartal

o Dialog Semiconductor:

10.02.2011 Preliminary results for 2010

o Evotec:

02.-03.02.2011 Close Brothers Seydler Small & Mid Cap Conference Frankfurt

07.-09.02.2011 UBS Global Healthcare Services Conference New York

o Jenoptik:

03.02.2011 Close Brothers Seydler Small & Mid Cap Conference Frankfurt

08.02.2011 Vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2010

o Morphosys:

09.02.2011 Healthcare and Biotechnology Conference Paris

24.02.2011 Bekanntgabe der Finanzergebnisse 2010

o Phoenix Solar:

02.02.2011 HSBC SRI Conference Frankfurt

o Q-Cells:

22.02.2011 Veröffentlichung vorläufige Geschäftszahlen 2010

o QSC:

02.02.2011 LBBW German TMT Forum London

03.02.2011 Close Brothers Seydler Small & Mid Cap Conference Frankfurt

28.02.2011 Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2010

28.02.2011 Veröffentlichung Ausblick für das Geschäftsjahr 2011

28.02.2011 Analystenkonferenz

o Roth&Rau:

01.02.2011 HSBC-Konferenz

23.-24.02.2011 Jefferies Conference New York

o Software AG:

01.02.2011 Roadshow London

03.02.2011 Roadshow Frankfurt

08.02.2011 Roadshow München

11.02.2011 Roadshow Zürich

15.02.2011 Investor Day Darmstadt