Nature: Molekül ändert Magnetismus und Leitfähigkeit

Presseinformation des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) vom 03.07.2012

Mittels Strom schalten Forscher den magnetischen Zustand und den elektrischen Widerstand eines einzelnen Moleküls an und aus / Blaupause für neuartige, kompakte Speichermedien

Um eine digitale Information, ein Bit, auf einer Festplatte zu speichern, werden etwa drei Millionen Atome belegt. Forscher aus Karlsruhe, Straßburg und Chiba/Japan haben nun einen Speicher entwickelt, indem ein einzelnes Molekül ein Bit trägt. Maßgeblich beteiligt sind Nano-Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Mittels eines Stromimpulses lässt sich das metallorganische Molekül zuverlässig zwischen leitendem, magnetischem und kaum-leitendem, unmagnetischem Zustand umschalten. Über diese für Moleküle neuartige Korrelation berichten die Forscher nun im Fachmagazin Nature Communications (doi: 10.1038/ncomms1940).

„Immer kleinere Bit-Größen in einer Festplatte zu realisieren, wird von dem superparamagnetischen Effekt verhindert“, erklärt Toshio Miyamachi, Erstautor der Studie und Forscher am Center for Functional Nanostructures (CFN) am KIT. Der superparamagnetische Effekt beschreibt, dass unter einer gewissen Größe der magnetischen Speicherkristalle, diese immer anfälliger für thermisches Umschalten werden und deshalb die Information rasch verloren geht. „Deshalb haben wir einen anderen Ansatz gewählt und in die Mitte eines organischen Moleküls aus 51 Atomen ein einzelnes magnetisches Eisenatom gesetzt. Die Hülle schützt die Information, die im zentralen Atom gespeichert ist.“ Neben der ultimativen Dichte von einem Bit pro Molekül hat diese Art des Speicherns mittels sogenannter spin-crossover-Molekülen auch den Vorteil, dass der Schreibvorgang zuverlässig und rein elektrisch von statten geht.

„Mittels eines Rastertunnelmikroskops konnten wir definierte Stromstöße auf das nanometergroße Molekül geben“, ergänzt Wulf Wulfhekel, Leiter der Karlsruher Forschergruppe am Physikalischen Institut. „Interessanterweise ändert sich dadurch nicht nur reproduzierbar der magnetische Zustand des Eisens, sondern auch die elektrischen Eigenschaften des Moleküls.“ Die zwei möglichen magnetischen Konfigurationen führen also zu verschiedenen Leitfähigkeiten und der magnetische Zustand lässt sich sehr einfach über eine Widerstandsmessung ermitteln.

In der aktuellen Studie legen die Forscher erst die Grundlagen und zeigen die prinzipielle Machbarkeit und Vorteile von Speichern aus spin-crossover-Molekülen. „Diese in einem Molekül kombinierten memristiven und spintronischen Eigenschaften stoßen das Tor zu einem neuen Forschungsfeld auf“, sind sich die Forscher sicher. Als Memristoren werden Speicher bezeichnet, die Informationen als Widerstandsänderungen ablegen. Die Spintronik nutzt den magnetischen Spin einzelner Teilchen für die Informationsverarbeitung.

Beteiligt an der Studie waren die Labore des Center for Functional Nanostructures (CFN) am KIT, das Institut de Physique et Chimie des Matériaux (IPCMS) in Straßburg, das Synchrotron SOLEIL in Paris und die Universität Chiba in Japan. (kes)

Fachveröffentlichung:
T. Miyamachi, M. Gruber, V. Davesne, M. Bowen, S. Boukari, L. Joly, F. Scheurer, G. Rogez, T.K. Yamada, P. Ohresser, E. Beaurepaire, W. Wulfhekel, Robust spin crossover and memristance across a single molecule. Nat. Commun. , doi: 10.1038/ncomms1940

Externer Link: www.kit.edu

Herzinfarktrisiko durch Ultraschall besser erkennen: Erfolgreicher Industrietransfer

Medienmitteilung der Universität Basel vom 29.06.2012

Durch eine genaue Messung der Arterienwanddicke mit Ultraschall lässt sich ein Herzinfarktrisiko frühzeitig abschätzen. Ein neuartiges Verfahren erlaubt es nun, diese Messung einfach und hoch präzis auf portablen Ultraschallgeräten durchzuführen. Entwickelt von Forschenden der Sportmedizin der Universität Basel, wird es nun von einem Industriepartner eingesetzt.

Für eine gezieltere Abschätzung des Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos ist die Messung der Dicke der Arterienwand an der Halsschlagader eine etablierte Methode. Besonders bei Patienten mit mittlerer Gefährdung kann es hilfreich sein, das Risiko mit der zusätzlichen Information der Wanddicke besser einzugrenzen, um damit eine Therapie und weitere diagnostische Massnahmen gezielter einzuleiten. Es fehlte bisher jedoch an Messmethoden, welche die im Ultraschall abgebildete Arterienwand, die sogenannte Intima-Media-Dicke, präzise und zugleich komfortabel erfassen können.

Dr. Alexandra Teynor und Prof. Dr. Arno Schmidt-Trucksäss aus der Sportmedizin des Instituts für Sport und Sportwissenschaften (ISSW) der Universität Basel haben eine entsprechende Analysesoftware über mehrere Jahre entwickelt. Im Rahmen der nationalen SAPALDIA-Studie und in Kooperation mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) wurde das automatische, computerbasierte Messprogramm unter Einbindung eines Doktorats klinisch validiert und kürzlich in der Fachzeitschrift «Ultrasound in Medicine and Biology» publiziert.

Das Besondere an dem Messprogramm ist neben der Anwenderfreundlichkeit und hohen Präzision die Möglichkeit, die Resultate der automatischen Konturerkennung interaktiv zu korrigieren; dies könnte etwa weitere, möglicherweise unnötige  Untersuchungen vermeiden. Aufgrund des erfolgreichen Einsatzes in der SAPALDIA-Studie, für die rund 2,5 Millionen Bilder der Arterienwand im zentralen Reading Center am ISSW analysiert wurden, hat die international tätige Medizintechnik-Firma Fukuda Denshi entschieden, das Programm in ihre neue Generation von portablen Ultraschallgeräten einzubinden. Dieser erfolgreiche Industrietransfer wurde von der Unitectra, der Technologietransfer-Organisation der Universitäten Basel, Bern und Zürich, vermittelt.

Externer Link: www.unibas.ch

technologiewerte.de – Börsenblick Juni 2012

Rückblick Juni 2012

Performance & Trend

Der TecDAX der Deutschen Börse AG gab im Juni 2012 um circa 1% nach. Auf Monatsbasis das zweite Minus in Folge.

Ausblick Juli 2012

HVs & Zahlen

o Adva Optical:

19.07.2012 Publication of Q2 2012 IFRS Financial Results

o Aixtron:

26.07.2012 Q2/2012 Results

o Dialog Semiconductor:

24.07.2012 Q2 2012 Results

o Kontron:

24.07.2012 Veröffentlichung Quartalsbericht Q2

o PSI:

27.07.2012 Bericht zum 1. Halbjahr 2012

o Qiagen:

24.07.2012 Publication of Quarterly Results 2/12

o Sartorius:

25.07.2012 Veröffentlichung Halbjahreszahlen Januar bis Juni 2012

o Software AG:

24.07.2012 Vorläufiges Ergebnis zweites Quartal 2012 (IFRS, unaudited)

o Stratec:

24.07.2012 Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 30.06.2012