Strahlentherapie: Gelöste Elektronen gefährlicher als freie Radikale?

Presseinformation der Universität Göttingen vom 08.03.2010

Göttinger Forscher entdecken möglichen neuen Mechanismus für Strahlenschäden an der DNA

(pug) Lange Zeit nahm man an, dass die Schäden an der menschlichen Erbsubstanz (DNA) durch Hochenergiestrahlung in erster Linie durch so genannte freie Radikale hervorgerufen werden. Wissenschaftler an der Universität Göttingen und am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation haben nun herausgefunden, dass ein anderes Teilchen bei der Bestrahlung möglicherweise viel gefährlicher für die DNA ist: ein hydratisiertes, also von Wassermolekülen umgebenes Elektron. Ihre Erkenntnisse könnten Folgen haben für den Einsatz von Strahlentherapien im Kampf gegen Krebs. „Unsere Forschungsergebnisse könnten dazu führen, dass Strahlungsdosen in Zukunft möglicherweise neu bewertet werden müssen. Der neue DNA-Spaltungsmechanismus könnte dabei möglicherweise auch Auswirkungen auf die Dosierung der Strahlentherapie von Krebs haben,“ so der Leiter der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Bernd Abel von der Universität Göttingen. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Chemistry“ im Internet veröffentlicht.

45 Jahre nach der Entdeckung des freien gelösten Elektrons in Wasser gelang es den Forschern in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Leipzig und Berlin, erstmals die bisher unbekannte Bindungsenergie des Elektrons zu messen. Das ist die Energie, die benötigt wird, um das Elektron wieder aus der Wasserumgebung herauszulösen. Wenn Hochenergiestrahlung auf die DNA einer Zelle trifft, werden lebenswichtige Zellbestandteile zerstört und die Zelle damit abgetötet – ein Mechanismus, der bei der Strahlentherapie zur Bekämpfung von Krebs ausgenutzt wird. Gleichzeitig schädigt die Strahlung aber auch gesunde Zellen.

Neben freien Radikalen entstehen bei der hochenergetischen Bestrahlung von Wasser in biologischem Gewebe in Wasser gelöste Elektronen an Grenzflächen wie zum Beispiel Membranen oder den Wänden von Biomolekülen. Bei ihren Untersuchungen stießen die Wissenschaftler erstmals auf eine bisher unbekannte Spezies: das nur teilweise gelöste Elektron an einer Wasser-Grenzfläche. Dessen Existenz und Lebensdauer wiesen sie erstmalig mit einer schnellen Laser-Kamera für kurzlebige reaktive Teilchen nach. Diese Elektronen sind offenbar deshalb so gefährlich, weil sie aufgrund ihrer „gerade passenden“ (Bindungs-)Energie ebenfalls DNA spalten können. Da sie lange leben, können sie ihre schädigende Wirkung zudem besonders gut entfalten.

Prof. Abel ist Mitglied der Graduiertenschule für Neurowissenschaften und molekulare Biowissenschaften sowie Principal Investigator des Courant Forschungszentrums „Nanospektroskopie und Röntgenbildgebung“ der Universität Göttingen. Beide Einrichtungen werden im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert. Seit 2008 ist er außerdem Professor für Physikalische Chemie und Reaktionsdynamik an der Universität Leipzig. Prof. Dr. Udo Buck und Dr. Manfred Faubel arbeiten am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

Originalveröffentlichung:
K. R. Siefermann, Y. Liu, E. Lugovoy, O. Link, M. Faubel, U. Buck, B. Winter and B. Abel. Binding energies, lifetimes and implications of bulk and interface solvated electrons in water. Nature Chemistry. DOI: 10.1038/NCHEM.580.

Externer Link: www.uni-goettingen.de

Kopplung von Stickstoffzentren im Diamant gelungen

Pressemitteilung der Universität Stuttgart vom 01.03.2010

Weiterer Schritt in Richtung Quantencomputer

Ein weiterer entscheidender Schritt in Richtung Quantencomputer ist geglückt: Forschern der Universitäten Stuttgart, Ruhr Universität Bochum und Austin/Texas (USA) gelang es erstmals, zwei Stickstoffatome in einem Abstand von nur wenigen Nanometern so zu platzieren, dass über eine Laseranregung eine quantenmechanische Koppelung entsteht. Der Clou daran: Nur in einem Diamanten funktioniert das höchst genau, zuverlässig und sogar bei Raumtemperatur. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der renommierten Zeitschrift „Nature Physics“.

Die Forschungsergebnisse bestätigen die bereits seit einigen Jahren aufgestellte Vermutung der Stuttgarter Wissenschaftler Prof. Jörg Wrachtrup und Dr. Fedor Jelezko über die besonderen Eigenschaften des Diamanten: Das Farbzentrum – in der Fachsprache NV-Zentrum – liegt stabil im umgebenden Kohlenstoffgitter, wobei N für ein Stickstoffatom steht und V für eine Lücke. Da es im Diamanten quasi keine „Diffusion“ gibt, wandern die Atome nicht hin und her. Mit einem Laser gezielt beschossen, reagieren die beiden Stickstoffzentren und es kommt zu einer manipulierbaren Überlagerung der Spin-Zustände – den Drehbewegungen der Elektronen. Diese sehr komplexen Untersuchungen fanden in Stuttgart statt.

Dass die Kopplung der Atome im Farbzentrum des Diamanten selbst bei Raumtemperatur noch funktioniert, ist eine entscheidende Voraussetzung für den Aufbau des Quantencomputers. Dabei hatten die Forscher hohe Hürden zu überwinden. Damit die Voraussetzungen für ein Zusammenspiel der beiden Farbzentren im Diamant gegeben sind, mussten die Forscher sie in einem Abstand von zehn Nanometern (ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter) platzieren.

Mit ihren Experimenten stoßen die Forscher die Tür zu neuen Dimensionen auf. Bringt man einige zehn dieser Defektzentren in unmittelbare Nachbarschaft, so ließe sich damit ein Computer realisieren, der bei bestimmten Aufgaben jedem normalen Computer überlegen ist.

Veröffentlichung:
Philipp Neumann et al.: Quantum register based on coupled electron spins in a room-temperature solid. In: Nature Physics, Published online: 28 February 2010, doi: 10.1038/NPHYS1536

Externer Link: www.uni-stuttgart.de

Zellen erobern den Raum

Presseinformation des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) vom 02.03.2010

Karlsruher Wissenschaftler entwickeln elastische dreidimensionale Mikrostrukturen für die Zellkultur

Trotz ihrer Bedeutung für die biologische Forschung hat die klassische Zellkultur ihre Grenzen: Im Gewebe leben Zellen im räumlichen Verband, während sie in der Kulturschale nur in zwei Dimensionen wachsen können. Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben jetzt ein Verfahren vorgestellt, mit dem sie beliebig strukturierte dreidimensionale und flexible Substrate herstellen können. Die Methode eröffnet neue Möglichkeiten für die Erforschung der Zellbewegung und -differenzierung. (Advanced Materials 22, 868 (2010))

Die Welt ist eine Scheibe – zumindest für Zellen auf dem Boden einer Petrischale. Außer in der obersten Zellschicht etwa auf der Haut oder im Darm leben Zellen im Organismus aber in einer dreidimensionalen und flexiblen Umgebung. „Sie treten auf ihrer gesamten Oberfläche in Kontakt mit Nachbarzellen und der extrazellulären Matrix, die dem Körpergewebe Festigkeit und Elastizität verleiht“, erläutert Professor Martin Bastmeyer vom DFG-Centrum für Funktionelle Nanostrukturen (CFN) des KIT. An deren Fasern, die aus unterschiedlichen Molekülen bestehen, können Zellen fest anhaften oder sich wie in einem dreidimensionalen Klettergerüst fortbewegen. Zusammensetzung und Struktur der Matrix beeinflussen Verhalten und Entwicklung der Zellen, die wiederum die Matrix auf- oder umbauen und verformen.

Dieses Wechselspiel untersucht Bastmeyer mit seinen neuen künstlichen Strukturen aus elastischen, langen Elementen mit einem Durchmesser von weniger als einem Tausendstel Millimeter. Für ihre Herstellung nutzt die Arbeitsgruppe ein als Direktes Laserschreiben (DLS) bezeichnetes Verfahren, das die Physiker Professor Martin Wegener und Dr. Georg von Freymann am CFN entwickelt haben. Dabei schreibt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift in drei Dimensionen. Bei der Entwicklung bleiben die belichteten Bereiche stehen, die dann mit einem Protein beschichtet werden, an dem die Zellen anhaften können.

Auf diesen Strukturen ausgesäte Herzzellen aus Hühnerembryonen beginnen nach wenigen Tagen, sich rhythmisch zusammenzuziehen und die elastischen, dünnen Balken zu verbiegen. „Vergleichende Messungen mit dem Rasterkraftmikroskop zeigen, dass sie dabei eine Zugkraft von 47 Nanonewton entwickeln. Das würde ausreichen, um eine Masse von etwa fünf Millionstel Gramm zu bewegen“, erklärt die Biologin Dr. Franziska Klein. „Grob gerechnet könnte ein Würfel aus dicht gepackten Zellen mit einer Kantenlänge von fünf Zentimetern fast fünf Kilogramm anheben.“

Weiterführende Experimente mit anderen Strukturen sollen klären, wie Zellen auf unterschiedliche mechanische Eigenschaften und räumliche Gegebenheiten ihrer Umgebung reagieren. Hierfür will das Team aus Biologen und Physikern größere und komplexere Strukturen realisieren, in die Zellen wie in einen porösen Schwamm einwandern können. Die Ergebnisse könnten dabei helfen, Kulturbedingungen für die Gewebezucht und die Regenerative Medizin mit Stammzellen zu optimieren. (gk)

Literatur:
Elastic Fully Three-dimensional Microstructure Scaffolds for Cell Force Measurements. Franziska Klein, Thomas Striebel, Joachim Fischer, Zhongxiang Jiang, Clemens M. Franz, Georg von Freymann, Martin Wegener, and Martin Bastmeyer. Advanced Materials 22, 868 (2010)
DOI: 10.1002/adma.201090016

Externer Link: www.kit.edu

technologiewerte.de – Börsenblick Februar 2010

Rückblick Februar 2010

Performance

Der TecDAX der Deutschen Börse AG gab im Februar 2010 um circa 2% nach. Unter den Index-Top-Performern finden sich die Aktien von Drägerwerk, Freenet sowie Dialog Semiconductor; zu den Underperformern zählen die Papiere von Q-Cells, Centrotherm und Solarworld.

Ausblick März 2010

Kalender

o Aixtron:

11.03.2010 Ergebnis für das Geschäftsjahr 2009

12.03.2010 FY/2009 Roadshow London

15.-19.03.2010 FY/2009 Roadshow USA

15.-19.03.2010 FY/2009 Roadshow Europa

24.-25.03.2010 DB Small- and MidCap Conference London

o BB Biotech:

04.03.2010 Jahresbericht per 31. Dezember 2009

29.03.2010 Ordentliche Generalversammlung 2010

o Bechtle:

19.03.2010 Geschäftsbericht 2009

19.03.2010 Bilanzpressekonferenz Stuttgart

19.03.2010 DVFA-Analystenkonferenz Frankfurt

o Carl Zeiss Meditec:

04.03.2010 Hauptversammlung Weimar

17.03.2010 Roadshow Skandinavien

o Centrotherm:

25.03.2010 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2009

o Conergy:

25.03.2010 Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2009

25.03.2010 Bilanzpressekonferenz Hamburg

25.03.2010 Analystenkonferenz Hamburg

o Drägerwerk:

17.03.2010 Bilanzpressekonferenz Hamburg

17.03.2010 Analystenkonferenz Frankfurt

o Drillisch:

25.03.2010 Veröffentlichung Jahreszahlen 2009

o Evotec:

22.-23.03.2010 Kempen & Co Life Sciences Conference Brüssel

25.03.2010 FY 2009 Results Presentation Hamburg

o Freenet:

16.03.2010 Veröffentlichung Konzern-Jahresabschluss / Geschäftsbericht 2009

o Jenoptik:

30.03.2010 Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2009

o Kontron:

24.03.2010 Bilanzpressekonferenz

o Manz Automation:

30.03.2010 Geschäftsbericht 2009

o Medigene:

26.03.2010 Veröffentlichung des Jahresberichts 2009

o Morphosys:

02.-04.03.2010 Credit Suisse Global Healthcare Conference London

23.03.2010 Kempen & Co Life Sciences Conference Brüssel

o Nordex:

März 2010 Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2009

o Pfeiffer Vacuum:

23.03.2010 Gesamtergebnis 2009

o Phoenix Solar:

09.03.2010 Vorläufige Zahlen 2009 (Telefonkonferenz/Webcast)

10.-11.03.2010 Commerzbank Growth & Responsibility Konferenz Frankfurt

o Q-Cells:

24.03.2010 Veröffentlichung Geschäftsbericht 2009

24.03.2010 Bilanzpressekonferenz

o QSC:

03.03.2010 Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2009

03.03.2010 Veröffentlichung Ausblick für das Geschäftsjahr 2010

03.03.2010 Analystenkonferenz

25.03.2010 Société Générale Telecom Conference Paris

31.03.2010 Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2009

o Rofin Sinar:

17.03.2010 Hauptversammlung (USA)

o Roth&Rau:

05.03.2010 Veröffentlichung vorläufiger Zahlen zum Geschäftsjahr 2009

10.-11.03.2010 Commerzbank Growth & Responsibility Conference

16.-17.03.2010 Jefferies Global CleanTech Conference 2010

31.03.2010 Jahresabschluss 2009

o Smartrac:

15.03.2010 Publication of 2009 Annual Report

15.03.2010 Analysts‘ Conference Call

15./16.03.2010 Roadshow London

17.03.2010 Roadshow Zürich

24.03.2010 Roadshow Mailand

30.03.2010 Roadshow Frankfurt

31.03.2010 Roadshow Paris

o SMA Solar:

10.-11.03.2010 Commerzbank Growth & Responsibility Conference Frankfurt

31.03.2010 Veröffentlichung Geschäftsbericht SMA Gruppe 2009 und Einzelabschluss SMA AG 2009

31.03.2010 Analyst Conference Call

31.03.2010 Bilanzpressekonferenz Frankfurt

o Software AG:

04.03.2010 Deutsche Börse / Equinet Corporate Conference auf der CeBIT Hannover

24./25.03.2010 Deutsche Bank European Small & Mid Cap Conference London

o Solarworld:

25.03.2010 Veröffentlichung Konzernbericht 2009 auf der Solarworld-Homepage

25.03.2010 Bilanzpressekonferenz Jahresabschluss 2009 Bonn

25.03.2010 Analystenkonferenz Jahresabschluss 2009 Bonn

26.03.2010 Internationale Telefonkonferenz

o United Internet:

25.03.2010 Jahresabschluss 2009

25.03.2010 Presse- und Analystenkonferenz