Wenn Chemiker Eintopf kochen

Presseinformation der LMU München vom 01.08.2011

Der einfache Weg zur Suzuki-Reaktion

Kohlenstoff ist das zentrale Element der Organischen Chemie – wie auch ein Grundbestandteil aller Lebewesen. Die sogenannte Suzuki-Reaktion generiert auf sehr einfachem Wege Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen als Ausgangspunkt für die Synthese einer fast unendlichen Zahl organischer Moleküle. Ein Forscherteam um den LMU-Chemiker Professor Paul Knochel hat nun eine praktische und generelle Synthesemethode für die entscheidenden Bausteine der Suzuki-Reaktion entwickelt. „Die neue Methode ist sehr breit für unterschiedliche Verbindungen einsetzbar und produziert sehr wenig Abfall“, sagt Knochel. „Sie könnte also sehr interessant für die Industrie sein, die schon jetzt häufig Suzuki-Reaktionen einsetzt, unter anderem für die Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen und neuen Materialen wie etwa Flüssigkristalle für Displays.“ (Angewandte Chemie International Edition, 01.  August 2011)

Die Suzuki-Reaktion – oder Palladium-katalysierte Kreuzkupplung von Organobor- mit Organohalogenverbindungen – erlaubt, Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen auf einfachem Wege zu generieren. Daraus wiederum kann dann eine fast unendliche Anzahl verschiedener organischer Moleküle synthetisiert werden. Die Suzuki-Reaktion ist der Grundstein für die Entwicklung neuer medizinischer Wirkstoffe und revolutionärer Materialen. Ihrem Erfinder Akira Suzuki brachte sie 2010 den Nobelpreis für Chemie ein.

Knochel und sein Team suchten nach einer Weiterentwicklung durch die einfache, billige und allgemeingültige Synthese von neuen Bor-Verbindungen, um diese ohne vorherige Aufreinigung in Suzuki-Reaktionen einsetzen zu können. „Uns ist es gelungen, die Synthese so zu optimieren, dass die Reaktion als ‚Eintopfsynthese‘ abläuft“, sagt Christoph Sämann, der maßgeblich zur Studie beigetragen hat. „Diese Methode hat sich als sehr mild erwiesen, wobei sie viele funktionelle Gruppen toleriert und damit breit für unterschiedliche Verbindungen eingesetzt werden kann.“

Im Unterschied zu herkömmlichen Bor-Verbindungen sind hier zwei zu übertragende organische Reste am Bor vorhanden, die dann ohne Ausbeuteverlust in der Suzuki-Reaktion übertragen werden können. „Das wiederum steigert die Atomökonomie deutlich“, so Knochel. „Es fällt also weniger Abfall an, was vor allem für die Industrie von großer Bedeutung ist.“ (suwe)

Publikation:
„Practical One-pot Preparation of Magnesium Diaryl-, Diheteroaryl- and Dialkenyl-boronates for Suzuki-Miyaura Cross-Couplings“;
Benjamin A. Haag, Christoph Sämann, Anukul Jana, Paul Knochel;
Angewandte Chemie, International Edition, 01.  August 2011.

Externer Link: www.uni-muenchen.de

Verschwundenes Erbgut lässt Tumorzellen wachsen

Presseinformation der Helmholtz-Gemeinschaft vom 02.08.2011

Verlust eines Gen-Regulators entscheidend für eine seltene Form von Hautkrebs

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Max-Planck Instituts für Molekulare Genetik Berlin sowie vier weiteren deutschen Institutionen ist es gelungen, einen spezifischen Genverlust bei einem bestimmten menschlichen Lymphom nachzuweisen, dessen Entstehung bisher weitgehend unklar ist. Sie untersuchten das sogenannte Sézary Syndrom. Dabei handelt es sich um eine aggressive Krebserkrankung aus der Gruppe der primären Hautlymphome, sogenannter „primär kutaner Lymphome“. Die Ergebnisse der Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Journal of Experimental Medicine veröffentlicht sind, liefern grundlegend neue Einblicke in die Entstehung und Entwicklung des Sézary Syndroms und möglicherweise auch anderer menschlicher Lymphome.

Das bösartige Sézary Syndrom ist durch die Vermehrung einer speziellen Art von weißen Blutkörperchen in der Haut der Patientinnen und Patienten gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hautlymphomen zeigen Patienten mit Sézary Syndrom schon zu Beginn der Erkrankung neben dem Hautbefall einen Befall des Blutes und der Lymphknoten durch die entgleisten T-Zellen. Die Forscherinnen und Forscher untersuchten hoch aufgereinigte Tumorzellen von Patienten mit Sézary Syndrom mit Hilfe moderner und hochauflösender genetischer Verfahren (der sogenannten array comparative genomic hybridization Technik) auf bisher unbekannte genetische Veränderungen. Dabei identifizierten sie Bereiche im Erbgut dieser Tumorzellen, die bei vielen der untersuchten Patienten verloren gegangen sind. Eine detaillierte Analyse dieser Bereiche zeigte, dass eines der am häufigsten betroffenen Gene für einen sogenannten Transkriptionsfaktor kodiert. Transkriptionsfaktoren haben zentrale Funktionen bei der Regulation der zellulären Genaktivität.

„Der teilweise Verlust des Gens für den Transkriptionsfaktor E2A scheint dabei eine ganz zentrale Rolle zu spielen, denn dieses Gen ist normalerweise von wichtiger Bedeutung für die natürliche Lymphozyten-Entwicklung“, erklärt Chalid Assaf von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité. Bei Mäusen führt ein Verlust dieses Gens zur Entstehung aggressiver T-Zell-Lymphome. Ein Genverlust in einer der verschiedenen humanen Lymphomklassen war bisher jedoch noch nicht gefunden worden.

Die Forscherinnen und Forscher identifizierten zudem mehrere E2A-regulierte Gene und Signalwege in den Tumorzellen, deren Deregulation jeweils für sich alleine schon ausreichen kann, damit sich ein Tumor entwickelt. „Der Verlust von E2A beim Sézary Syndrom hat eine entscheidende Bedeutung für das aggressive Verhalten der Tumorzellen, indem er zu einem schnelleren und unkontrollierten Wachstum der Zellen beiträgt“, betont Stephan Mathas, Wissenschaftler an der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Charité und am MDC. Damit gelang es das erste Mal direkt nachzuweisen, dass E2A im Menschen die Funktion eines Tumorsuppressors besitzt.

Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse in Zukunft möglicherweise Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungskonzepte sein könnten, um Patienten mit Sézary Syndrom neue und wirksamere Therapien anbieten zu können.

Veröffentlichung:
Journal of Experimental Medicine; Genomic loss of the putative tumor suppressor gene E2A in human lymphoma; Anne Steininger 1, Markus Möbs 2, Reinhard Ullmann 1, Karl Köchert 4, Stephan Kreher 4, Björn Lamprecht 4, Ioannis Anagnostopoulos 3, Michael Hummel 3, Julia Richter 5, Marc Beyer 2, Martin Janz 4, Claus-Detlev Klemke 6, Harald Stein 3, Bernd Dörken 4, Wolfram Sterry 2, Evelin Schrock 7, Stephan Mathas 4, and Chalid Assaf 2 8; 1 Max Planck Institute for Molecular Genetics, 14195 Berlin, Germany, 2 Department of Dermatology and Allergy, Skin Cancer Center Charité, 3 Institute of Pathology, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 10117 Berlin, Germany, 4 Hematology, Oncology and Tumorimmunology, Charité-Universitätsmedizin Berlin and Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine, 13125 Berlin, Germany, 5 Institute of Human Genetics, Christian-Albrechts-University Kiel and University Hospital Schleswig-Holstein, Campus Kiel, 24105 Kiel, Germany, 6 Department of Dermatology, University Medical Center Mannheim, Ruprecht-Karls-University of Heidelberg, 68167 Mannheim, Germany, 7 Institute for Clinical Genetics, Dresden University of Technology, 01307 Dresden, Germany, 8 HELIOS Klinikum Krefeld, 47805 Krefeld, Germany.

Externer Link: www.helmholtz.de

Intelligente Äste von Nervenzellen: Informatiker entdecken neuen Lerneffekt bei Neuronen

Pressemitteilung der TU Graz vom 27.07.2011

In einem EU-weiten Projekt erforschen Informatiker der TU Graz die grundlegenden Lernmechanismen von Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn. Im Rahmen ihrer Untersuchungen haben sie nun einen neuen Lerneffekt entdeckt: Computersimulationen haben ergeben, dass sich die feinen Äste von sogenannten Dendritenbäumen selbstständig auf wiederkehrende Muster spezialisieren können – somit wird die Lernfähigkeit eines Neurons beträchtlich erhöht. Dieses Forschungsergebnis publizierten die Wissenschaftler am Institut für Grundlagen der Informationsverarbeitung (IGI) der TU Graz in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachjournals „Journal of Neuroscience“.

Das menschliche Gehirn besteht aus einem Netzwerk von mehreren Milliarden Nervenzellen. Verbunden sind diese durch eigene Kontaktstellen, die Synapsen. TU Graz Informatiker beschäftigen sich schon seit mehreren Jahren mit der Frage, wie Informationen an den Synapsen weitergegeben werden.

Dendritenbaum

„Wie sich der Stamm eines Baumes in Äste aufteilt, besitzen auch Neuronen einen Dendritenbaum, der sich immer feiner verzweigt. Während aber ein Baum mit den Blättern auf seinen Ästen Sonnenlicht sammelt, sammeln diese Nervenzellen Informationen an den Synapsen. Diese treffen dort in Form von elektrischen Impulsen ein“, erklärt Robert Legenstein, der das Projekt gemeinsam mit IGI-Leiter Wolfgang Maass betreibt. Im Zuge des dreijährigen EU-Projektes „Brain-i-Nets“ (Novel Brain Inspired Learning Paradigms for Large-Scale Neuronal Networks) erforschen die TU Graz Informatiker gemeinsam mit Neurowissenschaftlern und Physikern Rechenprinzipien und Lernmechanismen im Gehirn – in Computer Simulationen konnten sie nun dies neue Phänomen beobachten.

Wiederkehrende Muster

„Unsere theoretischen Untersuchungen und Simulationen haben ergeben, dass diese Äste aus der großen Menge an Impulsen nach immer wiederkehrenden Mustern suchen. Genauer gesagt, jeder Ast versucht sich auf solch ein wiederkehrendes Muster zu spezialisieren, und dann jedes Wiederauftreten von diesem Muster dem Zellkörper durch einen Impuls zu melden“, so Maass. Dadurch strukturieren und filtern sie den hereinkommenden Inputstrom auf intelligente Weise – der Effekt: Die Rechenfähigkeit des Neurons wird erhöht. Somit erfüllen diese Äste eine zusätzliche Rolle bei der Informationsweitergabe im Gehirn.

Diese neuesten Ergebnisse publizierten die beiden Wissenschaftler nun in einem Artikel im international renommierten „Journal of Neuroscience“, das eines der führenden Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Neurowissenschaften ist.

Originalarbeit:
Branch-Specific Plasticity Enables Self-Organization of Nonlinear Computation in Single Neurons. R. Legenstein, W. Maass. Publiziert in „The Journal of Neuroscience“ am 27. Juli 2011.

Externer Link: www.tugraz.at

technologiewerte.de – Börsenblick Juli 2011

Rückblick Juli 2011

Performance

Der TecDAX der Deutschen Börse AG gab im Juli 2011 um circa 8% nach. Unter den Index-Top-Performern finden sich die Aktien von Drägerwerk (VZ), Dialog Semiconductor sowie Drillisch; zu den Underperformern zählen die Papiere von Centrotherm, Aixtron und Nordex.

Ausblick August 2011

Kalender

o Adva Optical:

02.08.2011 Investoren-Roadshow mit Deutsche Bank New York

03.08.2011 Investoren-Roadshow mit Deutsche Bank Baltimore

04.08.2011 Investoren-Roadshow mit Hauck & Aufhäuser London

11.08.2011 Investoren-Roadshow mit DZ Bank Frankfurt

23.08.2011 Investoren-Roadshow mit Berenberg Bank Kopenhagen / Oslo

24.08.2011 Investoren-Roadshow mit Berenberg Bank Oslo / Stockholm

31.08.2011 Commerzbank Technology Conference Frankfurt

o Aixtron:

31.08.2011 Commerzbank TMT Conference Frankfurt

o Bechtle:

10.08.2011 Zwischenbericht 2. Quartal 2011

o Carl Zeiss Meditec:

12.08.2011 Q3-Veröffentlichung

12.08.2011 Telefonkonferenz zum 3. Quartal

o Centrotherm:

10.08.2011 Veröffentlichung 2. Zwischenbericht zum 30. Juni 2011

18.08.2011 Ordentliche Hauptversammlung

o Drägerwerk:

04.08.2011 Bericht zum zweiten Quartal 2011

04.08.2011 Telefonkonferenz

o Drillisch:

12.08.2011 Halbjahresbericht 2011

o Evotec:

11.08.2011 Half Year Report 2011

o Freenet:

10.08.2011 Veröffentlichung Zwischenbericht zum 2. Quartal 2011

o Gigaset:

11.08.2011 Bericht zum 2. Quartal 2011

o Jenoptik:

11.08.2011 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2011

o Morphosys:

25.08.2011 HSBC Healthcare Conference Frankfurt

30.08.2011 Commerzbank Sector Conference Week 2011 Frankfurt

o Nordex:

11.08.2011 Bericht über das erste Halbjahr 2011 mit Telefonkonferenz

o Pfeiffer Vacuum:

02.08.2011 Ergebnis erstes Halbjahr

o Phoenix Solar:

11.08.2011 Bericht zum 30. Juni 2011 (Telefonkonferenz/Webcast)

o Q-Cells:

12.08.2011 Veröffentlichung Bericht zum 30. Juni 2011

o QSC:

08.08.2011 Veröffentlichung des Quartalsberichts II/2011

31.08.2011 Commerzbank TMT Conference Frankfurt

o Roth&Rau:

16.08.2011 Halbjahresbericht 2011

26.08.2011 Hauptversammlung

o Singulus:

10.08.2011 Quartalsbericht Q2/2011

o SMA Solar:

12.08.2011 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht Januar bis Juni 2011

12.08.2011 Analyst Conference Call

o Software AG:

17.08.2011 Roadshow London

31.08.2011 Commerzbank Technology, Media & Telecoms Conference Frankfurt

31.08.2011 Bank of America Merrill Lynch European Tech Conference San Francisco

o Solarworld:

11.08.2011 Veröffentlichung Konzern-Zwischenbericht 1. Halbjahr 2011

11.08.2011 Analysten-Telefonkonferenz

o Stratec:

30.08.2011 Commerzbank Sector Conference Frankfurt

o Süss Microtec:

04.08.2011 Halbjahresfinanzbericht 2011

31.08.2011 Commerzbank TMT Konferenz Frankfurt

o United Internet:

16.08.2011 Halbjahresbericht 2011

o Wirecard:

18.08.2011 Veröffentlichung 6-Monatsabschluss

18.08.2011 Pressemeldung zum 6-Monatsabschluss